Youandewan "Anjou / 1988 / 1989"

Track Rating
5.9 / 6
(7 Bewertungen)
  • Zwei wunderschöne Stücke Musik - bin auf "1988" im Set von James Grant (Anjunabeats Worldwide Anjunadeep Edition #183) aufmerksam geworden.

    Deep, techig, progressiv mit einer schweinegeilen Melo. Absolut trippig, lässt mir meine Nackenhaare zu Berge stehen :yes:

    Youandewan "1988"
    Youandewan "Anjou (Original Mix)"
    Youandewan "Anjou (DJ Edit)"

    Gibt auf alle Fälle 6/6 mit der Tendenz zur 7 - seeeeeeeeeehr geiles Release!

    Einmal editiert, zuletzt von Ghazala (17. August 2010 um 07:29)

  • Absolut tolles Release. Obwohl sich beide Tracks in der Melodieführung ähneln, sticht 1988 irgendwie heraus, hat das gewisse Etwas. Einfach noch ein Stückerl deeper, ausgefeilter und die Bassline ist auch um einiges voluminöser als bei den beiden Mitbewerbern. 6/6 für's Paket. :yes:

    Ahja, ich würd' "1989", nachdem es nicht Bestandteil dieses Releases ist und irgendwann mal eine eigene Veröffentlichung erfahren soll, auch in einem eigenem Thread behandeln. ;)

    Einmal editiert, zuletzt von reisi (26. September 2010 um 01:09)

  • Es sind die unbekannten Tracks die keiner kennt, und hier dann mal so zwischen der ganzen Flut an Alltagstracks gepostet werden, die einen dem Tag richtig versüßen können...

    Danke fürs posten, mein Horizont wurde wieder ein stück weiter erkundet, ich wander auch der Trancewelt solangsam hinaus, in die weite welt der unbekannten generes die einem heimischer entgegen fliegen, als es die Musik zur zeit tut die man schon seit 15 jahren hört.

    TOLL!!!!
    6/6 dieser Producer haut aber auch geile Tracks raus, da muss ich aufpassen nicht die komplette discografie bei Beatport zu kaufen :D

    Edit:

    Wuaaaa gerade zufällig drauf gestoßen, was für ein großes Kino dieser Track ist:

    https://www.youtube.com/watch?v=zz99HBcR9SI

    Einfach nur der Hammer dieser Produzent...

  • Den Namen Youandewan muss ich mir unbedingt merken, scheint der dahintersteckende britische Produzent Ewan Smith doch ein außerordentlich begabtes Händchen für das Kreieren atmosphärischer Glanzstücke zu haben, welche sowohl jedwedem Schubladendenken eine Lektion erteilen als auch durch ihre feinsinnig gewebte Melodiehypnose eine äußerst intime Beziehung mit der Hörerschaft eingehen - der Projektname könnte daher nicht treffender gewählt werden... ;)

    Die Hommage an das Jahr 1988 beispielsweise scheint auf den ersten Blick zwar mit ihrer recht opulenten Laufzeit von über 10 Minuten sowie ihrem ausgeprägten Hang zum loopartigen Aufbau ihrer Melodiestränge das plätschernde Element wahrlich herauszufordern, entwickelt aber für meinen Geschmack mit zunehmender Dauer mittels ihres progressiven Trackaufbaus eine ungeheur sphärische Dichte, die mich einfach nicht mehr loszulassen vermag. Die Verantwortung dafür bürdet sich natürlich auch die unter die Haut gehende Melodieebene mit größtem Vergnügen auf, da bereits nach wenigen Momenten der Einwirkzeit in einem basslineschwangeren Intro die ersten zaghaften Tonansammlungen auf der alsbald initiierten Kickdrum überaus trockenen Charakters in den Vordergrund gelangen und in mystischen Arpeggios den Beginn der Erfolgsgeschichte des hiesigen Tracks schreiben. Angereichert mit einem immer wieder eingestreuten HiHat-Zischeln belassen es die bisherigen Melodieklänge jedoch nicht bei ihrer dezenten Zurückhaltung, sondern mutieren im weiteren Verlauf langsam aber bestimmt zu einer wunderbar ausgereiften Tonfolge, welche das leicht melancholische Gefühl des Frühherbsts mit den düsteren Vorahnungen eines harten Winters perfekt miteinander verknüpft und auch eine subtile Anschwillaktion im ersten Break mehr als solide meistert. Beschwingte Alternativklangbögen bereichern die Melodieebene hierbei zusehends und entpuppen sich auch im Anschluss mehr und mehr als nicht mehr zu missende Begleittöne, welche die verträumte Ader des Ganzen in mitreißender Manier hervorheben und auf dem galant nach vorn schwebenden Untergrund ein Logenplätzchen angeboten bekommen. Im nächsten Break sieht man Letztere dann erneut in einer gelungenen Verdichtungsaktion in flächige Gefilde abdriften, ehe im Folgenden die Hauptmelodielinie zusammen mit dem Drumming wieder das sphärische Regiment übernimmt und bereits das nächste Kurzbreak für ein weiteres elegisches Solo nutzt. In Kooperation mit dem HiHat-Zischeln sowie den alsbald wieder aus ihrer Isolationshaft entlassenen Begleittönen gehört das letzte Drittel dann schließlich ganz der hypnotischen Ader des Stücks, welche hier den letzten Schliff verpasst bekommt und den gemeinen Hörer auch nicht durch ihren sanften Rückbau, sondern erst durch das Verhallen des allerletzten Tontropfens im Outro aus seinem Kopfkino erwachen lässt. Die völlig verdienten 6/6 haben sich da bereits wie der sprichwörtliche Fels in der Brandung in meinem Bewertungsbogen verfestigt... :D

    Anjou kann da zwar nicht ganz mithalten, ist aber ebenfalls im Besitz einiger herrlich schwebender Melodiebögen, welche zusammen mit einem nur als Nebendarsteller agierenden Drumming das Stück in fast schon ambiente Gefilde entführt. Ein weiteres Anzeichen für diese Ausrichtung stellt die Tatsache dar, dass etwa ein Drittel des Tracks (die ersten zwei von insgesamt sechs Minuten) ohne Rhythmusunterstützung auskommt und vielmehr sein Hauptaugenmerk auf eine äußerst stimmungsvolle Entfaltung sphärischer Melodiestücke legt, aus welchen sich peu à peu eine wunderbar entrückte Tonfolge herauskristallisieren kann. Langsam aber stetig nimmt diese nun an "Geschwindigkeit" zu und lässt sich auch von einigen alsbald im Untergrund auf den Plan geworfenen Bassflächen nicht aus ihrem Konzept bringen, ehe ein schön entspanntes Drumming in organisch anmutender Instrumentierung dafür Sorge trägt, dass das Ganze sich nicht allzu sehr in seiner verträumten Atmosphäre verliert. Im Mittelteil seziert sich die Melodieebene dann zwar kurzzeitig selbst, ein kleines Break sieht die verschiedenen Schichten allerdings schnell wieder zusammenwachsen, sodass sich im Anschluss zusammen mit dem zurückgelehnten Drumming wieder die wunderbar entspannt-wärmende Wirkung des Tracks einstellt, welche vor allen Dingen aufgrund der vielseitig mäandernden Tonfolgen für meinen Geschmack stets die volle Aufmerksamkeit des Hörers auf sich zu lenken imstande ist. Ein Sololauf der fragilen Hintergrundtöne rundet das Ganze schließlich ab, sodass mir nur noch zu konstatieren bleibt: Zurücklehnen, Augen schließen, sich entführen lassen, 5/6 verteilen! :yes: