Yvel & Tristan "Legacy / Sacred spirit"

Track Rating
5.0 / 6
(1 Bewertungen)
  • Lange hat es gedauert, aber nun ist die Zeit gekommen, auch dem ungarischen Produzentenduo Yvel & Tristan alias Levente Nagy und Viktor Szlabi den glorreichen Einzug in unser Forum nicht zu verwehren. Schuld daran ist die kürzlich auf Eelke Kleijns Label Outside The Box Music erschienene EP, auf welcher die beiden sehr charmant mit trancigen Gefilden flirten und zwei wunderbar entspannte Stücke fernab von strengen Genre-Limitierungen geschaffen haben und sicherlich auch für den ein oder anderen Querhörer hier interessant sein dürfte. Vinylfreunde werden dabei allerdings leider außen vor gelassen, da es das Ganze nur digital zu erwerben gibt - Hörproben gibt es aber für alle Mixe hier sowie bei Youtube (s.u.). :yes:

    Legacy scheint zwar von seiner anfänglichen Instrumentierung ein wenig mit den polarisierenden deadmau5-Klängen wettzueifern, schlägt dann mit der Einführung eines herrlich beschwingten Bassline-Fragments allerdings bereits schnell in eine individuellere Kerbe. Elektroid inspiriert und wellenartig aufgebaut verleiht dieses dem Track jedenfalls einen zünftigen Schuss Groove, auf dem sich auch die ersten zahmen Flächen- sowie Tonfolgenandeutungen zunehmend wohler fühlen und ein sommerlich unbeschwertes Flair zu kreieren imstande sind. Aus dem leicht flirrenden Untergrund kristalliert sich im weiteren Verlauf dann eine entspannte Hauptmelodie heraus, welche als Ausgangspunkt für das hiesige Break angesehen werden kann - dass sie dort zusammen mit harmonischer Flächenarbeit im Hintergrund zudem die sphärischen Vorzüge ihrer warmen Klangfarben bestens unterzubringen weiß, darf natürlich ebenfalls nicht unerwähnt bleiben. Als gut aufgelegter Kontrast zeigt sich im Anschluss wieder das wellenartige Bassline-Fragment, welches den Track erst einmal wieder nur mit subtilen Melodieandeutungen und einigen untergeordneten Funkspruch-Samples weiterführt, bevor die melodischen Elemente auch hier wieder langsam aus ihrem Schneckenhäuschen gekrochen kommen, um dem Stück ein weiteres Mal mit ihrer unaufgeregten Atmosphäre zu beglücken. Zum Auslaufen gönnt sich der Track dann allerdings wieder das simple, aber markante Drumming, welches stellvertretend meine überzeugenden 5,5/6 in Empfang nehmen darf. :D

    Sacred Spirit dürfte dann am ehesten mit Progressive House in einem Satz genannt werden, welcher hier mit einer an Minimal-Gefilde erinnernden Klickerbegleitung des Beats beginnt, schon bald aber im Hintergrund kreiselnde Flächen sowie entspannt fragmentierte Vocalsamples offenbart. Auch die sich bald dazugesellende Bassline zeigt sich in bestechenderFrühform und dürfte als Inbegriff von Groove ihren Platz in den Annalen dieses Tracks finden. Indem sich auch immer wieder passend eingesetzte Melodiefragmente zunehmend von diesem schäkernden Untergrund angestachelt fühlen, Initiative zu ergreifen, wird der gemeine Hörer alsbald in ein im Vergleich zum Vorgänger noch etwas entrückteren Entspannungsrahmen entführt, welcher ihn in den sommerlichen Sphären dieses Stücks schweben lässt. Großartig Spannung wird dabei zwar nicht antizipiert, aber der progressive Vorwärtsdrang, der sich besonders in immer neuen Zusammensetzungen aus Tonfolgen, Melodieandeutungen und Vocalspritzern offenbart, entschädigt dafür adäquat. Nichtsdestotrotz kann das Ganze für meinen Geschmack mit seinem Vorgänger nicht ganz mithalten, doch auch mit mehr als soliden 4,5/6 dürften Yvel & Tristan hier sicherlich zufrieden sein. ;)

    Zu Legacy gibt es zudem noch zwei Remixe, welche ich allerdings nur als Schnipsel (s.o.) finden konnte, sodass ich zu keiner endgültigen Bewertung kommen kann. Die Davis & May Live Band Session verführt die herrlichen Melodieklänge aus dem Original dabei in ein etwas minimaler gefasstes Umfeld, in welchem sie es sich allerdings ebenfalls nicht nehmen lassen, ihre sphärischen Stärken in überzeugender Art und Weise durchscheinen zu lassen. Die Ausrichtung im Ben Brown Remix tendiert dann eindeutig in techhousige Gefilde, in denen sich nicht mehr arg viel um die sphärischen Vorzüge der Originalmelodie Gedanken gemacht wird, sondern munter geschnipselt, gefrickelt und geklickert wird, sodass hier eindeutig die clublastigste Version zu vermerken ist.


    Greetz,
    :: der hammer ::

  • Ich bin ja immer noch ein Fan des klassischen Uplifting-Trance...

    Auch wenn es in dem Sektor eher weniger Innovationen gibt... ich mag es einfach! :yes:

    Was Progressive angeht, da bin ich immer ziemlich wählerisch...

    Aber: Legacy ist RICHTIG gut!

    Der Track bekommt dicke 5,75/6 von mir!
    Sehr gefühlvoll!