Davis & May "Prismatic"

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  • Wie viele Emotionen passen in einen Track? Mit wie vielen "ä" schreibt man "Gänsehaut", wenn man an diesen Track denkt? Ist das Kopfkino hier 16:9 oder schon 1:2,35?

    Das sind alles Fragen, die ich mir gerade gestellt habe. Erschienen ist dieser Track namens Prismatic auf dem sächsischem Label "Piemont", auf dessen MySpace-Seite er auch zu hören ist. Prismatic baut sich langsam und elektronisch auf, um nach einem kurzem Break mit einer sich in immer kürzeren Abständen wiederholenden Frequenz den Grundstein für eine zunächst schwelgerische, später emotional-epische Melodie zu legen, deren Basis - klassisch neotrancig - ein rollender Bass und Flächen bilden. In einem zweiten Break begleitet ein glockenspielähnlicher Sound die Flächen, um dann zum kleinen Schlussakkord zu blasen. Die organischen Tröpfchenklänge runden das Bild ab. 6/6

    Auf der betreffenden Vinyl befindet sich noch ein weiterer Track namens Take off and leave all behind, der sicherlich für Freunde von Stephan Bodzin interessant sein könnte. Ein böse wabernder Bass bestimmt zunächst das Bild, ehe eine Fläche die gleiche Melodie mitzieht. Später wirkt diese auf mich etwas "getriggerter", bevor noch einige Alternativmelodien angespielt werden. Die Stärke dieses Tracks liegt meiner Meinung nach in seiner hypnotischen Wirkung. 4,5/6

    Zuletzt gibt es einen Kevin Over Remix von Prismatic, welcher mir etwas peaktimetauglicher daherkommt. Die liebliche Glockenmelodie wird nur kurz reingelimpt, im Break schaffelt und brodelt es ganz unmelodisch vor sich hin; ehe sich aus dem Brodeln die Melodie entwickelt. Dabei stehen die Drums eher im Vordergrund als im Original. Trotzdem gibt es eine Spannung aufbauende Melodievariation, die zusammen mit dem leicht angeknarzten Bass den Mitwippkoeffizienten pusht. Alles in allem ein verflucht geiler Remix von dem mir bisher unbekanntem Kevin Over. 5,5/6

  • deine Eingangsfragen kann ich leider net beantworten :D

    aber zum Rest geb ich gerne meinen Senf dazu - insgesamt eine recht schicke Platte vom Label aus meiner Heimatstadt; der Originaltrack der beiden Magdeburger geht recht massenkompatibler zur Sache als sonst; gewohnt sehr gute Arbeit, wobei mir das Gesamtbuildup einen Tick zu cheesy daherkommt; B1 stampft noch etwas mehr vor sich hin und klingt in der Grundstimmung tatsächlich recht böse, hat jedoch durchaus seinen Reiz, gefällt mir auch; und der Remix auf B2 klickert und wabert schön treibend, baut ordentlich Druck auf und wirkt nett verspielt, aber nicht zu übetrieben; er rundet die Scheibe sehr gut ab;

    Platte wird def. bestellt ... wobei mir die neue Maripoza noch besser gefällt!

  • Schöne Rezi für eine wunderbare Platte, die auch mir in den letzten Tagen auf der Myspace-Seite von Piemont Records höchst positiv aufgefallen ist. :yes:

    Prismatic im Original strotzt dabei nur so vor neotranciger Klasse - beginnend mit den schon passend als Tröpfchenklänge beschriebenen Sounds bauen sich dabei im Hintergrund auf einer fein monotonen Basslinewand die ersten flächigen Melodiestrukturen auf. In gemächlicher (Aufbau-)Geschwindigkeit strebt man nun immer deutlicher dem Break entgegen, in dem sich die zum Vorglühen gut geeigneten Melodiefragmente in interessant anzuhörender Manier zu einer fast schon episch zu betitelnden Melodie mutieren und somit der atmosphärischen Schwebeeinlage hier nichts mehr im Weg steht. Auch der zum Ende des Breaks hin zunehmend knarziger gestaltete Untergrund gefällt mir in seiner kontrastreichen Rolle sehr gut und drückt den Track in der Tat schön nach vorne. Die Melodie präsentiert sich nun immer euphorischer, gänsehautlastiger und flächiger, bis sie sich nach ihrem Höhepunkt in nun glockenklarer Instrumentierung in einem Kurzbreak großartig verabschiedet und mir insgesamt keine Chance lässt, weniger als 5,75/6 zu verteilen. :D

    Der Kevin Over Remix geht das Ganze etwas treibender an und präsentiert dabei von Beginn an Originalmelodieschnipsel unterlegt von einer flexiblen Bassline und immer wieder eingeworfenen klickernden Effekten. Im ersten Kurzbreak kommt die Melodie in recht tranciger Instrumentierung dann auch deutlicher ins Bild, wobei diese von weiteren präzise zerhackstückelten Teilen der glockenklaren Klänge vom Ende des Original wunderbar sphärisch unterstützt werden. Im Mittelteil wird dann wieder etwas Energie herausgenommen, sodass sich der Remix ganz einem weiteren Break widmen kann, in dem eine schön klackernde Alternativmelodie eingeführt wird, die im weiteren Verlauf auch den bisherigen Elemente passend untergejubelt wird. Insgesamt haben wir es hier mit einem ebenfalls mehr als überzeugenden Remix zu tun, der meiner Meinung nach mit nicht weniger als 5,5/6 nach Hause geschickt werden darf. :D

    Da ich ja ein großer Freund der Bodzin'schen Klänge bin, lässt mich auch Take Off And Leave All Behind nicht kalt - vielmehr ist dies der dritte gelungene Streich auf dieser Platte von Davis & May. Eingeleitet durch spannende "Klickklack"-Effekte bekommt das Ganze nach einer Minute eine wunderbare Bassline verpasst, die sich sehr flexibel immer wieder flächig an- und abschwellend präsentiert und dabei den passenden Unterbau für die ersten Tonfolgen bildet. Im Anschluss an das erste Kurzbreak erhalten diese zudem die großartige Unterstützung von einer Flächenwand, die sich wie die Bassline immer wieder sehr schön auf- und abrundet. Atmosphärisch bewegt sich der Track dadurch meist auf leicht düsteren Pfaden, auf denen sich die Melodien auch recht ungeniert in den verschiedensten Ausprägungen zeigen dürfen und nach einem weiteren Kurzbreak von einer weiteren Flächenwand im Hintergrund den letzten Schliff in diesem spannenden, brodelnden Neotrance-Topf verpasst bekommen. Alles in allem bin ich daher auch sicherlich sofort bereit, 5,5/6 zu verteilen. :yes:

  • Das Original gefällt mir auch gut, der andere Track und der Remix sind da wesentlich verspulter, elektronischer und minimaler. Nur eben nicht unbedingt besser.


    Prismatic: 5/6
    Take Off And Leave All Behind: 4/6
    Kevin Over Remix: 4,5/6

  • Andre und Hammer haben bereits alles an Lob genannt! Finde die beiden auch grandios! Sie bringen sowas von schöne und gänsehautbereitende Melodien in ihre Tracks das man sie dafür nur gaaanz gaaanz dick loben kann!


    Prismatic: 6/6
    Take Off And Leave All Behind: 5,5/6
    Kevin Over Remix: 5/6

  • Hachja, die Prismatic EP... :huebbel:

    Eigentlich wurde eh schon alles gesagt, was gesagt werden muss, trotzdem werd ich meinen Senf dazugeben.

    Prismatic im Original Mix ist da eindeutig der stärkste Track in diesem Release, kräftige Kick, brummende Bassline, verspultes Tröpfeln, dazu erste Melodieansätze. Dann das erste Break, böse brummender Untergrund und eine wundervoll flächige Melodie. Doch das zweite Break gefällt mir noch mehr, diese helle Glockenmelodie ist einfach der Wahnsinn. 6/6 für diesen neotrancigen Oberhammer. :yes:

    Auch Take Off And Leave All Behind hat mich überzeugt, hier geht es zwar etwas minimaler zur Sache, was der Qualität des Tracks aber keinen Abbruch tut. Auch hier gibts im Mittelteil eine tolle Kombination aus brummender Bassline und Flächen, ehe sich gegen Ende die Flächen verabschieden und der Track seinem Ende entgegenklickert. Kommt aber mMn nicht an Prismatic ran, daher auch "nur" 5,5/6 für diesen Track. :)

    Der Kevin Over Remix von Prismatic treibt ein ordentliches Stück mehr als das Original, auch wird hier die flächige Melodie schon früher eingearbeitet. Immer garniert mit einigen Klicker-Effekten, nähert sich das Teil dem ersten Break...ein wahrer Ohrenschmauß. Gefällt mir überaus gut, hat aber gegen das Original keine Chance, somit gibts von mir 5,75/6.

    Insgesamt möcht ich sagen, dass dies meine ersten Tracks von Davis & May waren, und ich bin ja sowas von begeistert, das ist elektronische Musik vom Feinsten, Neotrance at its best, vor allem Prismatic hats mir angetan. Geil. Einfach nur geil. :yes:

    lg reisi